Geschichte der Regio Energie Solothurn

Die Geschichte der Regio Energie Solothurn reicht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie verlief im Gleichschritt mit den technologischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen.

Die Geschichte ist in drei Kategorien unterteilt:

    

Wasser

DER STADTBACH

Die Stadt Solothurn bezog ihr Wasser von Quellen und Bächen der Juraabhänge, die entweder in Brunnenleitungen oder als offene Wasserläufe künstlich in die Stadt geführt wurden. Der Stadtbach wurde innerhalb der Stadtmauern Goldbach genannt. Einen ersten indirekten Hinweis auf die Existenz eines Bachs, der durch die Stadt fliesst, erhalten wir 1303, als in der Goldgasse erstmals eine Mühle auf Stadtgebiet erwähnt wird. Der Stadtbach musste ausreichend Wasser führen, um die vielen Wasserräder innerhalb der Stadtmauern zu betreiben. Der früheste Hinweis auf eine Trinkwasserversorgung, unabhängig vom offenen Bach in Dünkelleitungen, stammt von 1437.

 

Beleuchtung und Gas

DIE ÖLBELEUCHTUNG

Ab 1830 entstand eine erste, sehr bescheidene Öffentliche Beleuchtung: In der Solothurner Innenstadt wurden dazu Öllaternen eingesetzt. Im Jahre 1854 bestand die Stadt-beleuchtung aus 28 Laternen. Im gleichen Jahr wurde beschlossen, die gegenwärtigen Laternen sollen um zwei weitere ergänzt werden. So beleuchteten 1859 insgesamt 33 Öllampen die Stadt, welche jeden Abend vom Laternenanzünder angezündet werden mussten. Im Jahr 1860 wurde die Gasbeleuchtung eingeführt, welche die Öllampen verdrängte. Die vermutlich letzte Öllampe dieses Modells konnte 2011 im Rahmen des 150jährigen Jubiläums der Regio Energie Solothurn restauriert werden und wurde anschliessend dem Museum Blumenstein übergeben. 

 

DER LATERNENANZÜNDER

1859 verdiente der Laternenanzünder Fr. 1.40 Bruttolohn (ein Arbeiter in der Lederindustrie hingegen Fr. 3.30!). Mit dem Lohn musste der Laternenanzünder zudem seine Anschaffungen zum Putzen, Aufwärmen usw. bezahlen. Der Lohn wurde auch nicht erhöht, wenn mehr Lampen aufgestellt wurden.
Der Laternenanzünder musste jeden Abend das benötigte Öl für die Lampen bei der Stadtpolizei abholen. Am nächsten Morgen musste er das in den Laternen übrig gebliebene Öl an die Stadtpolizei abliefern. Bei hellem Mondschein bestimmte der Polizeicommissair, ob die Laternen angezündet wurden oder nicht. Nach dem abendlichen Anzünden der Laternen hatte der Laternenanzünder nochmals einen Rundgang vor sich, bei dem er kontrollieren musste, ob auch wirklich alle Laternen ordnungsgemäss brannten. Im Pflichtenheft des Laternenanzünders stand auch, dass er jeden Monat zur Zeit des Vollmondes sämtliche Laternen vollständig und nach Vorschrift zu putzen hatte und, falls nötig, auch in der Zwischenzeit einzelne Stücke reinigen musste.
Der Laternenanzünder konnte jederzeit seines Dienstes entlassen werden und musste sich allen Anordnungen des Polizeicommissairs fügen.

 

DIE GASPRODUKTION

Den wichtigsten Impuls für die Gasproduktion lieferte vermutlich der Bau der Eisenbahnen ab 1857. Durch sie wurde Kohle verfügbar und zu einem Wirtschaftsfaktor.
Das Gaswerk in Bern bezog seine Steinkohle für kurze Zeit aus dem Simmental. Diese wurde auf dem Wasserweg transportiert. Doch weder die Qualität noch die Menge waren ausreichend, um diese Steinkohlennutzung nachhaltig zu gestalten. Für das Gaswerk in Solothurn wurde die Steinkohle mit der Eisenbahn vom Saargebiet angeliefert. Die Kohle musste in Solothurn auf dem Westbahnhof ausgeladen und mit Pferdefuhrwerken zum Gaswerk transportiert werden. Die Rötibrücke existierte noch nicht (sie wurde 1923-1925 erbaut).

In Retortenöfen wurde am Ritterquai aus der Steinkohle Gas gewonnen. Mit dem Bau der Transitgasleitungen zwischen Italien und Deutschland wurde in den Jahren 1971/72 auch in Solothurn Stadtgas durch Erdgas ersetzt. Einrichtungen und Geräte wurden auf das neue Gas umgestellt.

 

GEGNER DER GASBELEUCHTUNG

Es gab in Solothurn nicht nur Befürworter der Einführung der neuen Gasbeleuchtung, wie folgender Auszug zeigt.

Warum Gas-Strassenlaternen abzulehnen sind

1. Aus theologischen Gründen
Weil sie als Eingriff in die Ordnung Gottes erscheinen. Nach dieser ist die Nacht zur Finsternis eingesetzt, die nur zu gewissen Zeiten vom Mondlicht unterbrochen wird. Dagegen dürfen wir uns nicht auflehnen, den Weltplan nicht hofmeistern, die Nacht nicht zum Tage verkehren wollen.
2. Aus juristischen Gründen
Weil die Beleuchtungskosten durch eine indirekte Steuer aufgebracht werden sollen. Warum soll jeder für eine Einrichtung zahlen, die ihm gleichgültig ist, da sie ihm keinen Nutzen bringt oder ihn gar in manchen Verrichtungen stört.
3. Aus medizinischen Gründen
Die Gasausdünstung wirkt nachteilig auf die Gesundheit schwachleibiger und zartnerviger Personen und legt auch dadurch zu vielen Krankheiten den Stoff, weil sie den Leuten das nächtliche Verweilen auf den Strassen leichter macht und ihnen Schnupfen, Husten und Erkältungen auf den Hals zieht.
4. Aus philosophisch-moralischen Gründen
Die Sinnlichkeit wird durch Gassenbeleuchtung verschlimmert. Die künstliche Helle verscheucht in den Gemütern das Grauen vor der Finsternis, das die Schwachen von mancher Sünde abhält. Die Helle macht den Trinker sicher, dass er in Zechstuben bis in die Nacht hinein schwelgt, und sie verkuppelt verliebte Paare.
5. Aus polizeilichen Gründen
Sie macht die Pferde scheu und die Diebe kühn.
6. Aus volkstümlichen Gründen
Öffentliche Feste haben den Zweck, das Nationalgefühl zu wecken. Illuminationen sind hierzu vorzüglich geschickt. Dieser Eindruck wird aber geschwächt, wenn derselbe durch allnachtähnliche Quasi-Illuminationen abgestumpft wird. Daher gafft sich der Landammann toller in dem Lichtglanz als der lichtgesättigte Grossstädter.

Die Gaslampe brachte dann aber doch viele Vorteile gegenüber der Öllaterne mit sich: Die zentrale Versorgung der Laternen war komfortabler, die Leuchten stanken nicht mehr nach verbranntem Öl. Auch die lästigen Putzarbeiten waren mit der neuen Technologie nicht mehr nötig.

 

LUDWIG AUGUST RIEDINGER, 1809-1897

Ludwig August Riedinger war ein deutscher Unternehmer und wurde am am 18. November 1809 in Schweigern bei Heilbronn geboren. Er hat den Bau des Gaswerks in Solothurn angeregt, geplant, finanziert und ausgeführt. In insgesamt 67 Städten in ganz Europa hat er die Gasbeleuchtung eingeführt.

 

DER VERTRAG VOM 19. JANUAR 1860

Der Vertrag besteht aus 41 Paragraphen auf 17 Druckseiten. Der Vertrag mutet sehr modern an, dürfte vielfach erprobt gewesen sein und gibt ausführlich Aufschluss über die Probleme, die mit der Einführung der Gasbeleuchtung verbunden waren.
Einige Paragraphen regen heute zum Schmunzeln an:

§ 8. Bau-Erfordernisse der Fabrik
...2) Dass die Ableitung der Dämpfe, sowie die Beseitigung aller Abgänge der Fabrikation auf eine Weise stattfinden, dass weder für das öffentliche Interesse noch für Private Belästigung oder Nachteile eintreten können. Die von der Gasfabrik abgehenden Flüssigkeiten dürfen nicht in einer Senkgrube versickern, sondern müssen auf die zweckmässigste Art in die Aare abgeleitet werden.


ERÖFFNUNGSFEIER 1860

Die öffentliche Gasbeleuchtung der Stadt Solothurn wurde am Montag, 12. November 1860, in Betrieb gesetzt. Das Ereignis wurde mit einer grossen Volksmenge festlich begangen. Später gab es ein Bankett für die Mitglieder der Gründungsgesellschaft und die  Ehrengräste. Wahrscheinlich wussten die Organisatoren nicht, worauf sie sich einliessen, denn die Gruppe trank (spendiert von der Verwaltungskommission auf Rechnung der Stadtkasse) 100 Flaschen Wein, Jahrgang 1834, für Fr. 1.10 die Flasche!

Das Theaterstück "Die Gasbraut" wurde damals zur Eröffnung der Gasbeleuchtung gespielt. (Im Jahr 2011 wurde zum 150-jährigen Bestehen der Regio Energie Solothurn mit demFreilichttheater unter dem Titel "Der Gas-Streit" ein Theaterstück in Anlehnung an die Geschichte der Gasbeleuchtung gespielt.)

 

GRÜNDUNG DER GAS-AKTIENGESELLSCHAFT

Riedinger bemühte sich schon während des Baues der Gasfabrik im Jahre 1860, das vollendete Gaswerk aus seinem Privatbesitz in andere Hände überzuführen. Dies bestätigte ein Inserat im "Solothurner Blatt" vom 21. November 1860, also wenige Tage nach der feierlichen Eröffnung. Im Inserat wird die Gründung der Vorbereitungsgesellschaft zur Gasbeleuchtung der Stadt Solothurn erwähnt.
Bereits am 11. Februar 1861 genehmigte die Versammlung der Aktionäre die Statuten der Gasaktiengesellschaft, die vom Regierungsrat am 20. Februar 1861 genehmigt wurden. Die Vorbereitungsgesellschaft wird dabei nicht mehr erwähnt, was darauf schliessen lässt, dass die Arbeiten dieser Gesellschaft sehr speditiv durchgeführt worden waren.

 

GUTACHTEN, 1901

Die Stadt Solothurn beabsichtigte, das Gaswerk auf eigene Rechnung zu übernehmen. Die Verhandlungsphase gestaltete sich schwierig, da die Aktiengesellschaft mit 240'000 Franken einen höheren Preis für das Gaswerk verlangte, als die Stadt bezahlen wollte. Im Rahmen der Verhandlungen beauftragte die Stadt neutrale Experten aus Zürich, La Chaux-de-Fonds und Biel, ein Gutachten über den Zustand und den Wert des Gaswerks zu erstellen. Das Gutachten bewertet das Gaswerk mit 300'000 Franken. Am 10. März 1903 kaufte die Stadt Solothurn das Gaswerk zum Preis von 240'000 Franken.

 

GRÜNDUNG DER GASWERKE SOLOTHURN (GWS)

Nach der Übernahme wurde 1904 das Gaswerk Solothurn (GWS) gegründet.

 

DIE GASBELEUCHTUNG

Am 12. November 1860 wurde die Gasbeleuchtung eingeweiht. Nach dem Vertrag vom 19. Januar 1860 garantierte die Stadt-gemeinde dem Unternehmer Ludwig August Riedinger 80 Gaslaternen. Dieser lieferte und installierte die ersten Lampen selber. Kandelaber und Konsolen, Leuchten und Zubehör stammten aus seinen Fabriken in Augsburg.  

 

GASWERK AM RITTERQUAI

Die Abbildung zeigt die Gasfabrik an der Aare im Jahr 1905. In der Mitte sieht man das Retorten-Haus (3 Kamine) mit dem eisernen Dach. Der rechte Flügel enthält das Comptoir für die Verwaltung und die Wohnung des Gasmeisters.

 

GASWERK AARMATT, ZUCHWIL (1924)

Früh wurde ein neues Gaswerk geplant. Die Absichten wurden durch den Krieg unterbrochen. 1925 konnte in der Aarmatt ein neues grosses Kohlegaswerk eingeweiht werden. Das alte Gaswerk am Ritterquai wurde in der Folge abgebrochen. Im gleichen Zeitraum erloschen auch die letzten Gaslaternen in der Stadt.

Viele Solothurnerinnen und Solothurner erinnern sich heute noch, wie sie damals ihre Früchte zum Dörren ins Gaswerk brachten. Man hatte noch keine Kühlschränke und die Konservierung frischer Produkte gestaltete sich schwierig. Auch die Auswahl der Früchte war damals viel kleiner als heute. Das Sortiment beschränkte sich auf regionale Produkte. Eine Traube oder eine Aprikose aus dem Tessin waren Besonderheiten. Das Dörren der Früchte im Gaswerk war eine Dienstleistung für die Bevölkerung.

 

DIE GASAPPARATEFABRIK UND DAS SCHAUFENSTER DER GASWERKE SOLOTHURN (GWS)

Rechts ein Bild des Stands der Gasapparatefabrik an der Gewerbeausstellung 1906 in Solothurn.

Die Verdrängung der Gasbeleuchtung durch die elektrische Beleuchtung ist nicht auf einen Schlag erfolgt. Bereits 1895 wurde die elektrische Beleuchtung eingeführt. Die Preise waren jedoch zu hoch und die Qualität konnte noch nicht mit jener der Gasbeleuchtung mithalten. Mit dem Ersten Weltkrieg folge die Kohleknappheit. Parallel dazu wurden die elektrischen Leuchten laufend verbessert, bis die gute Qaulität der Elektroleuchten und der Kohlemangel zur Verdrägung der Gasbeleuchtung geführt haben.

Der Gasverbrauch konnte trotzdem gesteigert werden, weil die Verwendung des Gases zu Koch- und Heizzwecken ständig zunahm. In Solothurn etablierte sich die Schweizerische Gas-Apparatefabrik zur Herstellung und zum Verkauf von Gas-Apparaten. Ihren ersten Standort hatte die Fabrik an der Gibelinstrasse 15, nicht weit vom Hauptgebäude des Gaswerks entfernt.

Die Gaswerke Solothurn hatten einen Verkaufsladen. Die Schaufenster können noch heute am Hauptgebäude an der Rötistrasse erkannt werden. Drei grosse Fenster, wovon das mittlere den Eingangsbereich markiert. Die Bilder in der Ausstellung sind nur ein kleiner Auszug aus der ganzen Sammlung: 

"Die ideale Küche für Stossbetrieb", Oktober-November 1948
"Die neuzeitliche Bad- und Duschenanlage", Januar-Februar 1952
"Mein Weihnachtstraum", Dezember 1948
"Praktische Gaswaschherde", Januar-April 1950
"Gasgekühlt", Juli-August 1955
"Fritout" - April 1952
"Wenn Männer waschen müssten", Juni 1954
"Moderner Gasherd für moderne Hausfrau", Oktober 1956

 

DIE ENTWICKLUNG DES ERDGASNETZES

Erdgas war in der Schweiz erstmals 1969 auf regionaler Basis verfügbar und löste das sogenannte Stadtgas ab. Basis für die breite Versorgung der Schweiz mit Erdgas waren 1974 der Bau der internationalen Transitleitung von den Niederlanden nach Italien und der ersten nationalen Transportsysteme. Heute ist die Schweiz mit elf grenzüberschreitenden Einspeisepunkten ans europäische Erdgasnetz angeschlossen. Das schweizerische Transport- und Verteilnetz hat eine Länge von rund 16'000 km, damit werden rund 850 der insgesamt 2'8000 Schweizer Gemeinden mit Erdgas versorgt. Die Leitungen des Transportnetzes werden mit einem Druck von ca. 70 bar betrieben. Bis zur Einspeisung in die lokalen Verteilnetze ist eine Reduzierung des Druckes in mehreren Stufen bis 100 mbar und weniger erfolgreich (Niederdruck).

Das Erdgasnetz der Gaswerke Solothurn wurde ab dem Jahr 1861 gebaut. Heute sind 21 Gemeinden im Raum Solothurn angeschlossen. Das Leitungsnetz der Regio Energie Solothurn hat eine Länge von 466 Kilometer (Stand Juli 2011).

 

KUGELSPEICHER AARMATT

Mit dem wachsenden Bedarf an Erdgas gewann das Thema Versorgungssicherheit und Speichermöglichkeiten an Bedeutung. Diese Entwicklung führte das Gaswerk dazu, zwei Kugelspeicher auf dem Gelände Aarmatt, wo früher das Gaswerk stand, zu bauen. Die Kugelspeicher konnten im Jahr 1972 eröffnet werden. Für den Bau dieser Kugelspeicher wurden je 72 Tonnen Stahl eingesetzt. Der Stahl wurde vor Ort (von der Firma Sulzer AG, Winterthur) zusammengeschweisst. Der Durchmesser der Kugeln beträgt je 12,4 Meter. Sie verfügen über ein Speichervolumen von je 1'000 Kubikmeter Erdgas.

Mit dem Kugelspeicher wollte man Bezugsspitzen ausgleichen und die Versorgungssicherheit erhöhen.

 

ERDGAS-TANKSTELLEN

Die Regio Energie Solothurn (damals noch Städtische Werke Solothurn) eröffnete im Jahr 2001 die erste Erdgas-Tankstelle in der Aarmatt in Zuchwil (Bild rechts). Es folgten eine weitere Tankstelle in Utzenstorf (2007) sowie zwei auf der Autobahn A1 in Deitingen Nord und Deitingen Süd (2010).

 

RÖHRENSPEICHER ETZIKEN

In der Schweiz werden heute für den Tagesausgleich Röhrenspeicher anstelle von Kugelspeichern eingesetzt. Röhrenspeicher sind unterirdisch und integrieren sich optimal in die Landschaft. Infolge höheren Speicherdrucks können wesentlich höhere Erdgasmengen auf kleinem Raum lagern.

Die Regio Energie Solothurn hat ihren Röhrenspeicher 2007/2008 in Etziken gebaut. Seine Speicherkapazität beträgt 6'760 m³ geometrisches Volumen, resp. 3'400 MWh. Das ist rund 30 Mal mehr als das Fassungsvolumen der beiden Kugelspeicher in der Aarmatt in Zuchwil.

Der Röhrenspeicher wurde gebaut, um Bezugsspitzen auszugleichen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

 

KOMPOGASANLAGE UTZENSTORF UND BIOGAS

Mit der Unterzeichnung des Kyotoprotokolls hat sich die Schweiz zur Reduzierung des CO2-Ausstosses verpflichtet. Eine Antwort darauf ist die Vergärung von Grüngut in sogenannten Kompogasanlagen. Der Wechsel von der Kompostierung zur Vergärung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Kyotoziele im Sinne der Umwelt.

Im Juni 2007 konnte die Kompogasanlage in Utzenstorf eröffnet werden. Die Regio Energie Solothurn ist mit 30.3% an der Kompogas Utzenstorf AG beteiligt. Nachdem die Kompogasanlage anfänglich ausschliesslich zur Stromproduktion eingesetzt wurde, konnte ab dem Sommer 2009 Biogas direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Seit dem 1. Mai 2011 verkauft die Regio Energie Solothurn das Biogas, welches aus Küchenabfällen aus der Region produziert wird, an ihre Kunden weiter. Biogas ist neue erneuerbare Energie.

 

Strom

DIE BOGENLAMPE

In der Stadt Solothurn brannte im März 1896, nach Bern und vor Basel, die erste elektrische Bogenlampe. Die Lampe brannte an der Hauptgasse 22, vis-à-vis des Gerechtigkeitbrunnens, am Hirt-Lackschen Haus. Weitere Bogenlampen wurden unter anderem auf dem Friedhofplatz am Zetterhaus angebracht.

Die Leuchtkraft der Bogenlampe war zwar deutlich stärker als jene der Gasbeleuchtung, doch die Stromschwankungen führten dazu, dass die elektrische Beleuchtung immer wieder im Vergleich zur zuverlässigen Gasbeleuchtung verlor. Die Lampe am Zetterhaus (Friedhofplatz) kann noch heute an ihrem Original-Standort betrachtet werden. Der Ausleger wurde restauriert und eine nachgebaute Lampe (elektrifiziert) wurde eingebaut.

 

ELEKTRISCHE BELEUCHTUNG

Die erste elektrische Beleuchtung in Solothurn wurde an der Hauptgasse 22 montiert. Die elektrische Beleuchtung stand von Anfang an in Konkurrenz mit der bisherigen Gasbeleuchtung. Oft wurde die elektrische Beleuchtung am selben Standort, wo bereits eine Gasleuchte stand, aber prominenter und höher angebracht. Damit wollte man die Gasleuchte «in den Schatten stellen». Der Anzeiger schrieb 1896: «Die Gasbraut ist eine alte Jungfer geworden; ihre Zeit ist vorbei.» Auf dem Bild sind sogar drei Leuchten ersichtlich. Die Gaslampe unten, die Bogenlampe oben und etwas zurückversetzt eine Glühbirne.

 

EUROPAS ERSTE ÜBERTRAGUNGSLEITUNG

Die erste Übertragungsleitung Europas begann beim Kraftwerk Luterbach der Gesellschaft des Aare- und Emmekanals bei der Wilihofbrücke und endete bei der ersten Transformatorenstation auf der östlichen Ecke der Turmschanze. Die Leitung bestand aus drei durch die Luft geführten Kupferdrähten von 6 mm Durchmesser und wurde an Holzmasten aufgehängt. Die Luftlinie der beiden Standorte beträgt 4.15 Kilometer: Die Leitung führte von Solothurn über Zuchwil und Derendingen nach Kriegstetten. Ein paar der damals verwendeten Generatoren sind heute im Deutschen Museum in München ausgestellt.

 

DIE LED-Lampe

Seit einigen Jahren wird die LED-Technologie auch in der Öffentlichen Beleuchtung angewendet. Die Technik ist zwar noch immer in Entwicklung und wird in den kommenden Jahren sicherlich weitere Fortschritte erzielen. LED-Leuchten sind noch nicht so effizient wie Natriumdampf-Beleuchtungen (oranges Licht). Hier in der Schaalgasse wurde bewusst weisses Licht installiert. LED ist zudem prädestiniert für eine gezielte Lichtlenkung; das ist insbesondere in engen Gassen vorteilhaft. Gegenüber der alten Mischlicht-Beleuchtung konnten auch punkto Verbrauch grosse Verbesserungen erzielt werden. 2011 wurden die 6 alten Leuchten (1140 W) durch 3 neue LED Leuchten (120 W) ersetzt. Die Gasse ist heller beleuchtet und der Energiebedarf konnte um rund 90 % gesenkt werden.

 

dANKE

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Es ist ein Riesenglück, dass Herr Dr. Walter Moser aus purer Begeisterung zum Thema eine äusserst wertvolle Arbeit geschrieben hat. Und es ist lobenswert, dass der historische Verein des Kantons Solothurn den Druck seines Werks "Zur Geschichte der öffentlichen Beleuchtung in der Stadt Solothurn von der ersten Hälfte des 19. bis zum ersten Viertel des 20. Jahrhunderts" unterstützte. Das Werk ermöglichte der Regio Energie Solothurn, wesentliche Informationen aus ihrer Geschichte nachzuzeichnen.

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