18. Mai 2010

Klimaerwärmung - Eine Frage von Macht und Technik?


Der Zukunftsforscher Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher von der Universität Ulm sprach am Energieforum der Regio Energie Solothurn. Dies vor zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Am selben Anlass wurde die Wyss Samen und Pflanzen AG in Zuchwil für besonders umweltgerechtes Verhalten mit dem diesjährigen Energiepreis ausgezeichnet.

 

 

Das Energieforum der Regio Energie Solothurn kann inzwischen auf eine 6-jährige Tradition zurückblicken. Die Veranstaltung wurde damals ins Leben gerufen, um Exponenten von Politik und Wirtschaft auf Energiethemen zu sensibilisieren. Neben einem hochkarätigen Referenten wird jeweils der Energiepreis an eine Unternehmung verliehen, welche sich besonders vorbildlich für die Umwelt eingesetzt hat. Mit Prof. Franz Josef Radermacher konnte dieses Jahr eine internationale Grösse für Solothurn gewonnen werden. In seinem Referat zeigte Radermacher die Folgen der globalen Bevölkerungsexplosion für alle natürlichen Ressourcen auf. Sie gilt als wichtigster Grund hinter dem Klimawandel. Die Klimaerwärmung wird durch das Verhalten der Menschheit beschleunigt. Man sollte sie vermehrt zu verantwortungsvollerem Umgang mit den Ressourcen drängen. Die Welt zerfällt indes in mehrere Machtblöcke, die schwer zu koordinieren sind.

 

Als Mitglied des Clubs of Rome beschäftigt sich der Mathematiker und Wirtschaftswissenschafter Radermacher seit Jahren mit der unaufhörlich wachsenden Belastung von Umwelt- und Ressourcen. Dazu vertritt er kritische Thesen. So stellt nach ihm das rasche Bevölkerungswachstum bis hin zu zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050 und das wirtschaftliche Aufholen grosser Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien unter Umwelt- und Ressourcenaspekten die grösste Herausforderung dar. Es könnte beispielsweise schwierig werden, die Ernährung der Weltbevölkerung noch zu garantieren. Im Bereich der CO2-Emissionen bewege sich die Welt wahrscheinlich heute schon auf eine Klimakatastrophe zu. Besonders problematisch seien dabei die ungeklärten weltweiten Machtstrukturen.

 

In diesem Kontext ist der technische Fortschritt, sind neues Design und neue Materialien von entscheidender Bedeutung. Für innovative Unternehmen liegen hier, beispielsweise auf dem Weg zu einer 2000-Watt-Gesellschaft, grosse Chancen. Es brauche bahnbrechende Ideen von Ingenieuren und Entrepreneuren. Vor allem auch im Energiesektor. Aber es brauche auch eine bessere Koordination der verschiedenen Machtsysteme in Westen und im Osten.

 

Am diesjährigen Energieforum erhielt die in der Region beheimatete Firma Wyss Samen und Pflanzen AG für ihr umweltgerechtes Verhalten den Energiepreis der Regio Energie Solothurn. Der Preisträger setzt sich für den nachhaltigen Klimaschutz ein und bekennt sich seit 2005 zur aktiven Reduktion der CO2-Emmissionen. Für diese Zielsetzung wurde ein detailliertes Programm erstellt und bisher in zahlreichen teils kostspieligen Einzelmassnahmen umgesetzt. Die grösste Effizienzsteigerung wurde erzielt, indem die Hauptliegenschaft an das Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn angeschlossen werden konnte. Das Bundesamt für Umwelt hat bestätigt, dass die Firma seit Aufnahme des Programms jährlich 1,35 Millionen Kilowattstunden Wärme einspart. Das entspricht 135'000 Litern Heizöl und einer Reduktion der CO2-Emmissionen von 883 Tonnen.

 

 

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