04. August 2009

Die Mittagssperre


Wer von der Mittagssperre betroffen ist

Die Mittagssperre, welche im Versorgungsgebiet der Regio Energie Solothurn praktiziert wird, sperrt sämtliche Wärmegeräte und Motoren, welche mehr als 2 kW benötigen. Betroffen sind also Geräte wie Wärmepumpe, Sauna, Geschirrspüler, Waschmaschine, Tumbler etc.

Die Sperrzeiten

Die erwähnten Geräte werden über ein Netzkommando welches zentral bei Regio Energie Solothurn gesteuert ist, an Wochentagen über Mittag von 11.00 – 12.00 Uhr ausgeschaltet. Sollte ein Kunde über Mittag diese Geräte nutzen wollen, so kann er die Sperre gegen eine Gebühr von CHF 5/Monat/kW und einem einmaligen kleinen Aufwand eines Installateurs aufheben.

Am Mittag braucht die Schweiz am meisten Strom

Der Stromverbrauch der Bevölkerung (so genannte Lastkurve) ist im Tagesablauf – insbesondere Wochentags – jeweils vergleichbar. Am Morgen zwischen 5.00 und 12.00 Uhr steigt die Kurve an, und geht ab der Mittagszeit wieder zurück. Jeweils zwischen 11.00 und 12.00 Uhr tritt die Tageshöchstlast auf. (siehe Bild). Das Verbrauchsverhalten der Bevölkerung ist an Werktagen also sehr homogen. An Samstagen, Sonntagen, Brückentagen und Feiertagen sieht die Kurve unterschiedlich und die Spitzenlast flacher aus.

Verursachergerechte Preisbildung

Gegenüber unserem Vorlieferanten ist die Monatshöchstlast (die grösste Menge Energie, welche zur gleichen Zeit bezogen wird) eine relevante Preiskomponente; Ein wichtiger Teil seiner Kostenberechnung entsteht jeweils auf Grund der Monatshöchstlast. Je höher diese anfällt, je höher fallen die Netzkosten unseres Vorlieferanten aus. Wir sind daran interessiert diese Spitze möglichst tief zu halten, damit wir wiederum unseren Kunden tiefere Preise weitergeben können. Verursachergerecht müssen bei uns Kunden, welche diese Zusatzkosten generieren letztlich tragen.

Regio Energie Solothurn betrachtet das System sowohl aus ökologischer, wie auch aus ökonomischer Sicht als sinnvoll. Mit solchen Mechanismen resp. solcher Einflussnahme kann man nicht nur die Stromeinkaufskosten reduzieren, sondern auch den Ausbau der Versorgungsnetze nicht unnötig beschleunigen; dahinter steht auch ein Nachhaltigkeitsgedanke.

Gesteuerte Verbrauchszeiten – ein Thema von morgen

Neue Technologien wie die Smart Meters (Zählerfernauslesesysteme) werden dieses System der verursachergerechten Verrechnung zusätzlich unterstützen. Diese Technologien werden z.B. in Deutschland bereits breit eingesetzt.

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