Die Schlüssel zum Erfolg

Ein Streifzug durch die 150-jährige Erfolgsgeschichte des Solothurner Unternehmens gleicht dem Wühlen in einer Schatzkiste. Trouvaillen aus der Vergangenheit treffen auf die Pläne für die Zukunft. Die «Schlüsselgewalt» bleibt im Besitz der Gründerfamilie.

1863 durch Viktor Glutz-Blotzheim gegründet, wurde das Solothurner Unternehmen Glutz in beeindruckenden 150 Jahren zum gefragten Marktführer für intelligente mechanische Schliesssysteme. Ideen, Individualisten und Innovationskraft prägten während Jahrzehnten das Unternehmen. Trends werden geprüft, Traditionen gepflegt. 2005 investiert die Glutz mit einem mechatronischen Schliesssystem aus eigener Fertigung in die Zukunft. CEO Peter Riedweg: «Am neu eröffneten Mechatronik-Center bündeln wir seit April 2013 unsere Kompetenzen in diesem neuen Geschäftsfeld. Wir schufen zehn neue Arbeitsplätze und setzen voll auf Mechatronik als neue Schlüsseltechnologie. Unsere Zutrittssysteme bringen einen Mehrwert bezüglich Einfachheit, Komfort und Sicherheit. Dieses Credo ist – zusammen mit sozialem Engagement – seit jeher Grundlage unseres Tuns.» Kommen dazu: ein gutes Team, eine optimale Zusammenarbeit mit Verwaltungsrat und Gründerfamilie, ein aktives Beobachten des Marktumfelds und ein lang fristiges Denken. Die Parameter für weiteres erfolgreiches Wachstum sind gesetzt.

Beschläge für Schlösser

Schlösser, die funken

Aber was heisst denn nun Mechatronik überhaupt? Stefan Auer, Leiter Innovationsmanagement, erklärt: «Mechatronik vereint die Mechanik mit der Elektrotechnik/Elektronik und wird durch Steuerungs- und Informationstechnologie ergänzt. Motorische und kuppelbare Schlösser, Benutzeridentifikation über RFID (Identifizierung durch Radiowellen), Codes oder Biometrie oder Software- und Funklösungen für das Programmieren der mechatronischen Beschläge sind zentrale Elemente der neuen Systeme.» CEO Peter Riedweg ergänzt: «Mit ‹Access Engineering› unterstützen wir unsere Kunden und Systempartner mit Dienstleistungen: Projektierung, Schulung, Beratung, Systemintegration, Support bei Installation und Wartung. Optimale Funktionalität ist uns wichtig.»

Elektronische Schliesssysteme erlauben temporären Zugang

Spitäler, Altersheime oder Seniorenresidenzen zum Beispiel erhalten mit dem genialen Schliesssystem ein Zeitfenster, während dessen im Notfall temporär Zugang zum Gebäude gewährt wird. In Rettungsfahrzeugen müssen keine Schlüssel mehr aufbewahrt werden. Auf schwere Schlüsselbunde kann auch bei Ein- und Mehrfamilienhäusern, KMU, Banken, Gefängnissen oder öffentlichen Gebäuden verzichtet werden. Ein Clip, ein Code oder eine biometrische Variante mit Fingerscan übernehmen das «Sesam, öffne dich». CEO Peter Riedweg demonstriert auf unserem Rundgang mit grossem Vergnügen die Schliess- und Zutrittssysteme. Das Museum, den Showroom und die Erlebniswelt, die wir passieren, hat sich die Firma zum 150-Jahr-Jubiläum geschenkt.

Produktion von neuen Schliesssystemen
Produktionshalle Glutz AG Solothurn

Energie und Kosten sparen

Firmeneigner und Geschäftsleitung der Glutz legen Wert auf ökonomische und ökologische Werte. Innovative Technik soll nach Möglichkeit auch am Firmensitz in Solothurn beim Kostensparen helfen. Mit der Installation des cleveren «E-Power» durch die LIVARSA Grenchen reduziert Glutz den Energiebedarf und senkt die Kosten. Mit der Energie, die gespart wird, könnten 30 bis 35 Einfamilienhäuser ein ganzes Jahr mit Energie versorgt werden. Damit aber nicht genug: Das Negawatt-Team unter der Leitung von Philipp Grob von der Regio Energie Solothurn erarbeitete ein Energieoptimierungskonzept für das ganze Areal. Die detaillierte Analyse zeigt, dass weiteres Optimierungspotenzial vorhanden ist. Die Einsparungen beim Strom würden jährlich ca. 25000 Franken betragen. Im Fokus stehen Nutzerkomfort, Gesundheit der Arbeitnehmenden und nicht zuletzt eine adäquate Energieeffizienz.

Die Vergangenheit wird nicht vergessen

Aus dem Fundus der Kunstgiesserei und Metallwarenfabrik Kohler konnte Glutz 12000 alte Modelle retten, die insbesondere bei der Sanierung historischer Gebäude eingesetzt werden können. In der Giesserei werden – in Öfen aus der Gründerzeit – nebst den Schlüssel-Kleinserien bei Bedarf auch Spezialteile für Oldtimer und Kuhglocken gegossen. Egal aber, ob Einzelstücke aus klassischen Gussformen, Objektbänder aus Edelstahl, exklusive Designeranfertigungen, Industriekomponenten oder neueste Mechatronik: Auf den über 4000 Quadratmetern Produktionsfläche entstehen Komponenten, die nationale und internationale Kunden begeistern. Es gilt die Maxime: Zu ist zu, die Zukunft offen!

Energiezeitschrift (3/13), Helena Tillein

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