Besseres Licht, weniger Verbrauch

Schon zwei Jahre vor dem Stichtag erfüllt die Regio Energie Solothurn die neuen gesetzlichen Stromsparvorgaben – mit cleverem Licht im öffentlichen Raum.

Effizienz ist ein entscheidender, aber oft vergessener Baustein der Energiezukunft – und ein extrem erfolgreicher. Seit 20 Jahren stagniert in der Schweiz der Stromverbrauch, trotz Zuwanderung und Wirtschaftswachstum. Die Regio Energie Solothurn schreibt diese Erfolgsgeschichte weiter, indem sie die Energiesparziele des Bundes schon bis 2028 einhalten kann.

Ziele schon erreicht 

«Die Zielvorgabe des neuen Stromgesetzes ist, 2026 ein Prozent der verkauften Strommenge einzusparen, 2027 anderthalb Prozent und ab 2028 zwei Prozent gegenüber dem jeweils vorletzten Jahr», sagt Thomas Häni, der bei der Regio Energie Solothurn für die Meldungen der erzielten Einsparmassnahmen an das Bundesamt für Energie (BFE) verantwortlich ist. Die Regio Energie Solothurn hat das Ziel erreicht – mit der Modernisierung der Beleuchtungen, die sie in den letzten Jahren in Solothurn und in den umliegenden Gemeinden  von Natriumdampflampen auf LED umgerüstet hat. «Damit senken wir den Stromverbrauch der Strassenlampen um bis zu 80 Prozent – auch dank neuen intelligenten Leuchten. Sie sind teilweise mit Bewegungsmeldern ausgerüstet, der grösste Teil aber mit systematischer Lichtreduktion, je später der Abend wird»,  erklärt der bauleitende Netzelektriker Michael Biedron. Er hat die neuen Lampen montiert. «So fahren sie die Leistung um 22 Uhr auf 60 Prozent und um Mitternacht auf 40 Prozent herunter.» Erst morgens um 6 Uhr leuchten sie wieder mit voller Leistung. So konnte die Regio Energie Solothurn einen Beitrag leisten, damit im betrachteten Zeitraum von 25 Jahren 8,23 GWh Energie eingespart werden.

Es wird schwieriger

In den nächsten Jahren wird es schwieriger. Denn ab 2028 soll die nachgewiesene Verbrauchssenkung kontinuierlich zwei Prozent jährlich betragen. Das wird von den Versorgern immer mehr Kreativität verlangen. Mögliche Themen könnten laut Thomas Häni etwa die noch immer vorhandenen Elektroheizungen und die stromhungrigen Elektroboiler sein. Durch den Einsatz eines Wärmepumpenboilers kann pro Tag so viel Strom eingespart werden, dass man mit einem Elektroauto 20 Kilometer fahren kann. Und auch die Elektrospeicherheizungen haben grosses Potenzial. Sie wurden in den 1970ern als Grundlast für den schwer verkäuflichen Nachtstrom der neuen Kernkraftwerke propagiert, verbrauchen aber vier- bis fünfmal so viel Strom wie moderne Wärmepumpen. Obwohl meist schon sehr alt, sind diese technisch sehr einfachen und deshalb  auch langlebigen Heizungen noch immer stark verbreitet.

Spektakulär sparsam 

Mit Massnahmen bei der öffentlichen Beleuchtung und später allenfalls bei Wärme und Brauchwasser soll in den nächsten Jahren der Stromverbrauch weiterhin stagnieren, obwohl immer mehr Autos elektrisch fahren und Häuser mit Wärmepumpen geheizt werden. Den Anfang macht nun das Licht – für alle sichtbar und spektakulär sparsam.

Text: Andreas Schwander
Fotos: Michel Lüthi,
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