«Es macht Spass, wenn man aus der eigenen Erfahrung berichten kann»
20 Jahre lang war Daniel Kammermann bei der Regio Energie Solothurn für Contracting, Fernwärme-Vertrieb und Energieberatung zuständig. Im Herbst geht er in Pension und übergibt seine Abteilung an Priska Dupuis.
energie 3/2026
Vor bald 20 Jahren übernahm die Regio Energie Solothurn das Fernwärmenetz. Es wurde erst primär für die Industrie gebaut, aber viele dieser Abnehmer fielen weg. Der Anfang lief nicht wie gedacht, Fernwärme hat sich dennoch etabliert. Macht Sie das stolz, Herr Kammermann?
Daniel Kammermann: Als wir die Leitung übernahmen, wurde das Netz Richtung Sportzentrum Zuchwil und später in die Stadt Solothurn ausgebaut. Wir haben neue Verträge mit besseren Bedingungen für die Kundschaft ausgehandelt. Ich war 20 Jahre hier und konnte in dieser Zeit etwas bewirken und aufbauen. Das hat mir sehr gefallen. Stolz bin ich, dass ich dies alles nun einer guten Nachfolgerin übergeben kann.
Was unter Daniel Kammermann allmählich gewachsen ist, übernehmen Sie, Frau Dupuis, nun auf einmal. Was sind die Herausforderungen?
Priska Dupuis: Es ist anspruchsvoll, in dieser Übergangszeit alle wichtigen Infos «abzusaugen». Darin steckt auch die Hauptarbeit, die wir beide seit dem 1. Mai leisten. Hinzu kommt der Austausch mit den anderen Bereichen hier, etwa mit dem Netzbau.
Ein anderer Ihrer Bereiche ist das Contracting.
DK: Als ich 2005 bei der Regio Energie Solothurn anfing, war Contracting auf Gas beschränkt. Dann wurde das Angebot auf die Bedürfnisse der Kundschaft ausgerichtet. Die Leute wollen ja nicht Gas oder etwas anderes, sondern primär Wärme und warmes Wasser. Wie dies umgesetzt wird, dafür sind dann wir zuständig. Inzwischen haben wir im Contracting Photovoltaikanlagen, eine Notstromanlage, Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) oder Ladeinfrastruktur.
«Die Leute wollen nicht primär Gas oder etwas anderes, sondern Wärme und warmes Wasser. Für die Umsetzung sind dann wir zuständig.»
Daniel Kammermann
Sie erwähnen, dass man sich früher mit nur einem Energieträger befasste. Heute gibt es all das, was Sie aufzählen, und mehr. Sind Energiesysteme zu komplex geworden?
DK: Wir wollen einfache Lösungen bieten, die sich bewährt haben. Sie müssen eine Technik umfassen, hinter der wir stehen können. Wir verkaufen unseren Kundinnen und Kunden auch nicht übereilt irgendetwas, denn wir arbeiten 15 oder 20 Jahre mit ihnen. Da muss ein Vertrauen bestehen.
PD: Und wenn dieses Vertrauen da ist, werden wir auch für andere Energielösungen angefragt. Dass in einem bestehenden Contracting beispielsweise Photovoltaik dazukommt.
DK: Wir wollen die Kundschaft vorausschauend beraten. Bei der Regio Energie Solothurn haben wir den Vorteil, dass wir alles unter einem Dach haben und uns mit den Fachleuten aus den Bereichen besprechen können.
Das wird künftig auch Ihre Rolle sein, Frau Dupuis.
PD: Kommt hinzu, dass ich aus meinem eigenen Zuhause entsprechende Erfahrungen mitbringe: Wir haben erst die Ölheizung ersetzt, dann eine PV-Anlage ergänzt, Ladestation, Batterie. Es macht Spass, wenn man in der Beratung aus der eigenen Erfahrung berichten kann. Aber ich bin im Ganzen ja nicht allein, sondern habe hier weitere Fachleute, die engagiert und innovativ sind.
Priska Dupuis hat nach abgeschlossener Matur eine Lehre als Polymechanikerin absolviert und anschliessend an der Fachhochschule Burgdorf Maschinentechnik studiert. Sie war bei BKW im Hydro-Bereich, bei EWB (Energie Wasser Bern) in der Photovoltaik sowie im Netzbau der Fernwärme tätig. Zuletzt arbeitete sie in privaten Unternehmen in der strategischen Planung sowie in Energie und Gebäudetechnik und als Energiestadt-Beraterin. In Mattstetten ist Priska Dupuis als Gemeinderätin fürs Bauwesen und den öffentlichen Verkehr verantwortlich. Seit 1. August 2026 ist sie Leiterin Contracting + Vertrieb Fernwärme bei der Regio Energie Solothurn.
Text: Fabian Gressly
Fotos: Michel Lüthi, BILDERWERFT.CH
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