Finnisches Wurfschach
Mölkky ist ein Wurfspiel aus Finnland. In Solothurn gibt’s nun einen Mölkky-Club. Das faszinierende Outdoorspiel erfordert Präzision, Taktik und etwas Glück.
energie 3/2026
Immer am Mittwoch und am Samstag fliegen am Aare-Ufer auf dem Kreuzackerplatz die Hölzer. Dann wird hier Mölkky (ausgesprochen «Mölggü») gespielt. Peter Maurer, Präsident und Gründer des Mölkky Clubs Solothurn ist mitten drin. Wer zuschaut, darf auch gleich mitspielen – in jedem Alter. Auch neugierige Kinder sind sofort mit Begeisterung dabei und mit unbedarften Würfen manchmal erfolgreicher als die staunenden Erwachsenen. Ja, Mölkky ist der vielleicht integrativste Sport überhaupt.
Strategie und Spass
Die Regeln sind relativ einfach. Man wirft aus dreieinhalb Meter Distanz mit einem Rundholz auf eine Gruppe von zwölf Kegeln mit entsprechenden Nummern von 1 bis 12. Wenn mehrere Kegel umfallen, gilt die Anzahl der gefallenen Kegel als Punktzahl, wenn nur einer fällt, gewinnt die Spielerin oder der Spieler die Zahl auf dem Kegel als Punktzahl. Die Teams werfen abwechslungsweise. Ziel sind 50 Punkte. Genau 50 Punkte. Wer übers Ziel hinausschiesst, muss wieder mit 25 anfangen. Und da beginnt die Strategie. «Mit 49 Punkten hat man die schwierigstmögliche Ausgangslage», erklärt Peter Maurer. Man dürfte dann nämlich nur den Kegel mit der Nummer 1 treffen, bei allem anderen fällt man auf den halben Weg zurück, wie beim Leiterlispiel. Und dann gibt es auch die Gegnerinnen und Gegner, die günstige Kombinationen von Zielen mit ihren eigenen Ideen zerschiessen.
Das Feld zieht sich in die Länge
Gefallene Kegel werden immer an jener Stelle aufgestellt, an der sie zu liegen kamen. Das zieht das Spielfeld in die Länge, macht es schwieriger und eröffnet taktische Optionen. Es gibt eine ‹Swiss Mölkky Federation› und sehr aktive Clubs in Genf und Yverdon. «Ausserhalb von Finnland ist das Spiel vor allem in Japan populär: Da gibt es rund eine Million lizenzierter Spielerinnen und Spieler», erklärt Peter Maurer die internationale Verbreitung. Um das integrative Spiel in der Region weiter bekannt zu machen, hat Peter Maurer nun auch die Unterstützung der Regio Energie Solothurn. Er organisiert Crashkurse, Turniere und Meisterschaften – und verhilft damit dem finnischen Wurfschach in Solothurn zu wachsender Beliebtheit – und zu immer mehr fliegendem Holz.
Weitere Infos zum Verein Mölkky Club Solothurn
- Text: Andreas Schwander
Fotos: Michel Lüthi, Bildwerft.ch